Archive für Samstag den 12. Juli 2008

Jesus Christus Erlöser

Das Gesicht füllt die komplette Leinwand. Eingfallene Wangen, dunkelblondes schulterlanges Haar. So sieht man ihn über weite Teile des Films auf der Leinwand. Klaus Kinski hatte am 20. November 1971 die Deutschlandhalle in Berlin gemietet. Dort wollte er einen, von ihm selbst verfassten Text, über Jesus Christus vortragen. Das ganze wurde damals mit der Kamera festgehalten und kommt jetzt als Dokumentarfilm in die Kinos.

Was vielleicht gar nicht so bekannt ist: neben seiner Filmkarriere hat er schon früh Text vor Publikum vorgetragen. Dabei waren Texte von Kurt Tucholsky, Friedrich Nietzsche, François Villon und auch das Neue Testament. Und das konnte er! Das beweist auch dieser Film.

Anfangs meint man eine gewisse Nervosität zu beobachten. Was aber auf jeden Fall deutlich wird ist wieviel ihm dieser Text bedeutet. Später sieht man sogar Tränen in seinen Augen.

Die Vorstellung wird immer wieder durch Zwischenrufe von Zuschauern unterborchen. Kinski flippt das ein oder andere mal aus. Das ist aber fast verständlich, zumal die Zwischnrufe teilweise schon wirklich ziemlich hanebüchen sind (ein Dank an die Tontechnik, die es geschafft hat das man diese versteht, obwohl alles nur über das Mikrofon von Kinski aufgenommen wurde). Einmal kommt ein Zuschauer sogar auf die Bühne und will “jetzt auch mal was sagen”. Wo gibts den sowas?

Auf youtube findet man den ein oder anderen Ausschnitt  dieser Veranstaltung. Schade ist das es bei diesen Ausschnitten immer nur um den Effekt, den Skandal geht.

Alles in allem keine leichte Kost aber wirklich sehenswert!

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